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Porträt

Ein kleiner Einblick zwischen Stoff, Idee und Handwerk

Nach mehr oder minder frustrierenden und langatmigen Versuchen die
Kunst des japanisches Origami-Faltens zu erlernen, in das Handwerk des
Kerzengießens einzutauchen, Äpfel, Birnen, Herzen zu filzen, Häkeln für
Babys oder Stricken für Erwachsene, bin ich dann zum Nähen gekommen
– und auch dort geblieben.

Mit der Zeit habe ich mir verschiedene Techniken angeeignet, damit sich
ja keine Langeweile breit macht.

Der ecoprint, Pflanzendruck

In verschiedenen Kursen, unter anderem bei einer Amerikanerin Irit Dulman und bei der Botanical-Print-Akademie in Dänemark, habe ich mir die besondere Technik des Ecoprint, sprich Pflanzendruckes, angeeignet. Bei dieser besonderen Technik werden zuerst die Stoffe gewaschen und gebeizt und anschließend mit frischen oder getrockneten Pflanzenblättern belegt. In die zuvor vorbereiteten Farbflotte werden Tücherreste getaucht, die wiederum über die Pflanzenteile gelegt werden. Dann wird das alles eingerollt, über Dampf behandelt und mit einem kleinen Zauberspruch belegt  (Scherz). Doch soweit ist das alles gar nicht hergeholt, mit der Magie; denn ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie spannend und faszinierend das Ausrollen ist.. Am liebsten noch die heiße Rolle, ganz vorsichtig Stück für Stück zeigt sich die Fülle an Farben und Silhouetten. Diese magischen Ergebnisse kann ich nicht exakt planen, sondern nur die ungefähre Richtung vorgeben. Und genau das ist das Schöne daran: Lernen durch Versuch und Irrtum, begleitet mit vielen „Ahhh“s und „Ohhh“s.

Das Nähmalen

Eine weitere Technik ist das Nähmalen, das mich seit Anfang meiner Nähereien begleitet. Ich spreche vom Applizieren verschiedener Stoffe auf wiederum andere Stoffe. Diese Technik ermöglicht es mir, frei

und ohne vorgegebene Muster zu arbeiten und noch bevor ich zur 1. Skizze gehe und den Faden durch das Öhr ziehe, seh‘ ich schon das Blütenblatt, das leise auf dem Stoff dahinschwebt, die kleine Biene die Anlauf nimmt um auf der Blume zu landen und das … Wer jetzt nur Bahnhof verstanden hat: Beim Nähmalen kann meine ganze Fantasie in den Stoff fließen und diesen so entstehen lassen wie ich es mir in meinem Kopf ausgedacht habe: die Nadel mit dem Faden ist der Stift und der Stoff das (unbeschriebene) Blatt Papier, das darunter durchsaust. Dabei vergeht dann mal mehr und mal weniger Zeit. Meistens ersteres, denn da bin ich penibel genau, dass die Farben und Strukturen am Ende gut zusammen passen. Deshalb mache ich bisweilen einen 3-Meter-Köpfer in meinen nahezu unerschöpflichen Fundus, um dann mit dem passenden Stöffchen wieder aufzutauchen. Und das braucht dann etwas Zeit, aber die beachte ich einfach nicht, denn am Ende soll etwas Entzückendes entstehen und das geht halt nicht „hudle, sudle“; wie meine Mutter sagen würde.

Das Stempeln

Um meinen Stoffen neues Leben einzuhauchen, wende ich gerne das Stempeln an. Dabei schnitze ich mir mit scharfem Werkzeug seitlich in die Finger… natürlich NIIIICHT!! Scharfes Werkzeug stimmt, aber in einen Gummiblock, auf den ich zuerst ein Motiv gezeichnet habe. Ja und dann geht es direkt los in die Welt der Stofffarben und Schaumgummitupfer. Und wie ihr vielleicht wisst: nur ein Versuch gilt.. für einen eventuellen zweiten Versuch kann dann höchstens nochmal die Rückseite herhalten.

Der Sonnendruck

Beim Sonnendruck wird mit großzügigen Pinselstrichen die Stofffarbe auf den Stoff aufgetragen und auf die feuchte Farbe lege ich frische oder getrocknete Pflanzenteile. Anschließend kann man sich selbst zwei Stunden in die Sonne legen, denn den Rest erledigt die Natur. Durch das Trocknen durch die Sonnenstrahlen bleiben die Flächen unter den Pflanzenteilen heller und und die Blätter rund Blüten hinterlassen so ihre Umrisse. So mancher unscheinbare Druck entwickelt seinen Charme erst, wenn ich ihn in eines meiner Produkte einarbeite und ihn mit verschiedenen Stoffen kombiniere.

Pflanzendruck auf Stoff
Kreative Lederarbeit
Botanischer Stoffdruck
Blätterdruck auf Stoff
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